Der Vodyanoy

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Schon immer lag es an den Alten, das gesammelte Wissen zu überliefern, auf dass die Jüngeren ihre Lehren daraus ziehen mögen, um nicht erneut längst begangene Fehler zu wiederholen. Doch in allen Zeiten siegt der Stolz der Jugend über die Weisheit des Alters und gebiert unnötigen Schmerz.

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Und so begab es sich in einer mondlosen Nacht, dass, wie schon oft zuvor, die Kinder des Dorfes sich um das Feuer der großen Festhütte versammelten, um den Geschichten des alten Thulo zu lauschen. Es war so Brauch in Thilmaneke, jenem Dorf des Clans der Mitte das in den weiten Ebenen des Menschenlandes lag. Gut ging es den Menschen, denn das Klima war mild, die Erde fruchtbar und das Land voll des Friedens. Doch der Mensch sehnt sich nach Abenteuer und Gefahr und wenn das Leben derlei nicht bereit hält, so ergötzt man sich an Fantasterei und Geschichten. So erging es auch den Kindern Thilmanekes, die außer ihrem einfachen Leben hier nichts kannten und in den Tag hinein lebten, da die Natur ihre Gaben zu verschenken schien. Umso begieriger lauschten sie den Geschichten Thulos, dessen Haar schon so lang weiß war, dass keiner sich mehr erinnerte, welche Farbe es einst besaß. Krumm war sein Rücken und zittrig die knochigen Hände mit denen er den knorrigen Stock, dessen er zum Gehen bedurfte, fest umfasste. Als Relikt einer alten und schlechteren Zeit, berichtete er den Jüngeren nun aus seinem Leben, das für die Kinder weniger einer anderen Zeit als vielmehr einer anderen Welt zu entspringen schien. Doch das Alter forderte schon lang seinen Tribut und die Erinnerung verblasste, so dass sich in seinen Erzählungen zusehends Wahrheit und Fiktion vermischte. Die Jüngeren, denen die Zeit Thulos so fremd war, verlachten den Alten Mann oft als Märchenerzähler. Dennoch lauschten sie begierig seinen Worten die sie in ferne Welten zu ziehen vermochten.

In dieser Nacht berichtete der Alte von den Vodyanoy, den Wassermännern, die in stillen Gewässern, in Seen und Sümpfen, ihre Heimat hatten. Unheimlich sähen sie aus, teils Frosch, teils Mensch. Näherten sich Menschen ihrem Gewässer, so versteckten sie sich schnell, denn sie waren furchtsame Gesellen und einem ausgewachsenen Mann an Kraft unterlegen. Auch machten die Menschen Jagd auf die Wassermännern, die sie beschuldigten, in kalten Vollmondnächten ihre Kinder zu stehlen. Und das zu Recht, denn die Vodyanoy waren Kinder das Wassergottes und der Mondgöttin und in ihren Herzen loderte der Hass ihres Vaters auf die Menschen. Da sie jedoch solch schwächliche Geschöpfe waren, lockten sie die Kinder der Menschen zu tiefen Gewässern um sie hinab zu ziehen und sie bei lebendigem Leib zu fressen. Da sie aber auch Kinder des Mondes waren, so wankte ihr Gemüt mit dem Stand ihrer Mutter am Himmel und die meiste Zeit hielten sie sich versteckt. In Vollmondnächten jedoch wagte sich niemand in die Nähe der Seen.

Die Älteren lachten herzlich als Thulo seine Geschichte beendet hatte. Was für eine lächerliche Vorstellung es doch war, wenn sie an die seltsamen Gestalten dachten, die da halb Mensch, halb Frosch im Wasser sitzen sollten. Nicht unheimlich seien sie, sondern komisch. Und so begann der Schelm der Gruppe nun sich gleich einem Frosch auf den Boden zu Hocken und laut quakend herum zu springen. Der Alte strich sich nachdenklich über seinen weißen Bart und schüttelte nur traurig den Kopf. Dann sprach er davon, dass dies keine lustige Geschichte sei, denn er selbst habe erlebt, wie die Wassermänner sich die Kinder holten als er noch ein Knabe war. Doch die Kinder hörten nicht zu und gaben sich ihren Späßen hin. Nur der kleine Urik saß gebannt neben dem knisternden Feuer und wagte nicht, sich zu bewegen, aus Angst, die Wassermänner könnten ihn holen. Der Abend verstrich und die Kinder gingen nach Haus, denn es war Schlafenszeit. Urik jedoch wollte sich nicht erheben und so war es an seinen Eltern, den Jungen in sein Bett zu tragen. Zwar war er froh, seine Eltern um sich zu haben, doch an Schlaf war nicht zu denken. Stetig schien es so, dass die Vodyanoy ihn aus den finsteren Winkeln seines Zimmers beobachteten. Doch es kommt der Moment, in dem der Geist vom Schlaf übermannt wird und die Gespenster des Tages nur noch undeutliche Schatten werden. So verfiel der kleine Urik in einen tiefen Schlaf.

Am nächsten Tag jedoch sah die Welt bereits ganz anders aus. Vergessen waren die unheimlichen

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Gestalten und alles was von Bedeutung war, war das Fest, das an jenem Tage anstand, denn das Dorf feierte Uriks achten Geburtstag. Groß war die Freude des Kindes und der Tag war voll von Tanz und Spiel. Am Ende des Tages überreichten seine Eltern ihm sein Geschenk, ein Spielzeugschwert aus Holz, dass der Zimmermann extra für ihn angefertigt hatte. In den Griff war sein Name graviert. „Urik“ prangte da in großen Lettern und die Eltern sagten, er solle gut auf seinen neuen Besitz Acht geben. Freudig nickte der Junge und zeigte Stolz sein Schwert umher, mit dem er nun helfen wollte, das Dorf gegen allerlei Schurken zu verteidigen. Der Abend verging und auch wenn die Zeit reif dafür war, so war der Junge doch unwillig bereits zu Bett zu gehen. Allerlei Fantasiegestalten mussten erst noch erschlagen werden. Doch die Mutter sprach, dass diese auch am nächsten Tag noch da seien um erschlagen zu werden. So begab sich der Junge, den die Aufregung des Tages doch sichtlich müde gemacht hatte, zu Bett. Neben sich platzierte er sein Schwert, das von nun an sein größter Schatz sein sollte.

Am nächsten Tag war er schon früh auf den Beinen, wild gegen die Schatten, welche die Morgensonne auf die Wand warf, fechtend. Und so schlang er hastig das morgendliche Mahl hinunter, um schnell seinem Abenteuerdrang nachgehen zu können. Freudig streifte er durch das Dorf, doch niemand schien Zeit für ihn zu haben. Es war die Zeit der Ernte und jeder mit ausreichend Kraft zum Zupacken musste helfen. So beschloss der Junge das Umland zu erkunden. Er jagte allerlei Fantasiewesen durch das hohe Gras und die Büsche, bis er sich plötzlich an einem See wiederfand und fürchterlich erschrak, da er in seinem Spiel fast in selbigen hinein gestürzt wäre. Neugierig sah er sich um und erinnerte sich, dass er bereits einmal hier gewesen war. Die Männer des Dorfes fischten hier normalerweise. Doch während der Ernte wurden alle auf den Feldern gebraucht und so war der alte Bootssteg verwaist, als der Junge ihn erreichte. Die Boote lagen am Ufer, bereit für ihren nächsten Einsatz. Da wurde Urik zornig, denn wieder wurde ihm bewusst, dass keiner mit ihm spielen wollte und er nun allein hier herumwandern musste. Urik war das jüngste der Kinder im Dorf und alle außer ihm mussten bereits auf den Feldern helfen. Das wurmte den Jungen sehr und er trat an den Rand des Stegs um mit seinen Beinen ein wenig im kühlen Wasser des Sees herum zu plantschen. Doch plötzlich erhob sich etwas unförmiges einige Meter vom Steg entfernt aus dem Wasser und der Junge erschrak fürchterlich, als er bemerkte, dass ihn von der Wasseroberfäche zwei große graue Augen anschauten. Sofort sprang er auf und begann mit dem Schwert vor sich in der Luft umher zu fechten, auf dass die Gestalt verschwinden möge. Doch in einem Moment der Unachtsamkeit entglitt ihm die hölzerne Waffe und flog in hohem Bogen in den See. Erst wollte er fliehen, doch schnell wurde ihm bewusst, was geschehen war und dass er soeben seinen Schatz verloren hatte. Das Wesen im Wasser schien er nun vergessen zu haben und so hockte er sich schluchzend an den Rand des Stegs, Ausschau nach dem Schatz haltend, der im trüben Wasser doch nicht mehr zu sehen war. Indessen näherte sich nun langsam das Wesen dem Steg und beobachtete das Häufchen Elend das dort wimmerte. Der Junge schaute es nur kurz aus verweinten Augen an, wobei ihm die Gefahr gleichgültig zu sein schien. Da tauchte das Wesen unvermittelt ab und Urik wunderte sich, wo es denn plötzlich hin wollte. Nach einigen Minuten der Ungewissheit erhob sich das Wesen jedoch auf die gleiche stille Art aus dem Wasser, mit der es zunächst im See erschienen war. Auf seinem großen grauen Kopf lag nun jedoch das nasse Schwert. Ungläubig beäugte der Junge das Wesen und er war sich unsicher, ob dies ein Trick sei. Das Wesen schien dies zu bemerken und näherte sich langsam dem Steg. Urik konnte es nun besser betrachten. Ein großer, unförmiger, grauer Kopf erhob sich zum Teil aus dem Wasser, auf dem zwei große, graue Augen, den Jungen beobachteten. Aus der Ferne schien es, dass das Wesen ihn anstarrte. Doch aus der Näher schien es viel friedlicher auszusehen, denn es hatte seine Augen halb geschlossen und es wirkte so, als sei es sehr müde. Die Aussicht, den Schatz zurück zu erlangen, siegte nun jedoch und so beugte sich der Junge vorsichtig hinunter um sein Schwert vom Kopf des Wesens zu nehmen. Das Wesen verharrte dabei regungslos und er bekam den Schatz tatsächlich zu fassen. Dabei streifte er jedoch die Haut des Wesens, die kalt und glitschig war. Freudig drückte er das nasse Holz an seine Brust und bedankte sich bei dem Wesen, dass ihm in

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dieser misslichen Lage geholfen hatte. Da das Wesen so müde erschien, fragte er, ob es denn geschlafen habe, bis er erschien und es weckte. Das Wesen schloss die Augen und neigte den Kopf nach vorn, als würde es nicken, worauf ein tiefes, dröhnendes Geräusch aus dem Wasser erklang. Urik fühlte sich nun etwas schuldig, da er das freundliche Wesen aufgeweckt hatte. Er erklärte, dass die anderen im Dorf keine Zeit für ihn fanden und sein Entdeckerdrang ihn auf diesem Wege zum See geführt hatte. Das Wasserwesen schien dem Jungen zu lauschen, denn als dieser seine Erzählung beendet hatte, nickte es erneut mit jenem absonderlichen Geräusch. Froh darüber, dass er nun jemanden gefunden hatte, der seinen Worten Aufmerksamkeit schenkte, setzte sich der Junge wieder auf den Steg und legte das nasse Schwert sicher neben sich, damit die Sonne es trocknen möge. Doch in jenem Moment, in dem er den Blick von dem Wasserwesen wandte, tauchte dieses wieder unvermittelt ab. Verwundert schaute der Junge auf die sich kräuselnde Oberfläche des Sees. Wohin war der Wassermann nur verschwunden? Sollte er sich wieder zur Ruhe gebettet haben? Gelangweilt legte sich Urik auf den Steg und beobachtete mit den Füßen im Wasser die wenigen Wolken, die ihre Bahnen am blauen Himmel zogen. Doch ein leises Plätschern ließ ihn aufhorchen und als er sich aufrichtete, sah er wieder das Wesen vor sich im Wasser treiben, dass ihn aus müden Augen ansah. Als er genauer hinschaute, bemerkte er jedoch, dass das Wesen einen seltsamen Stein auf dem Kopf trug. Neugierig beäugte er diesen und fragte sogleich, ob jener Stein für ihn gedacht sei. Das Wesen ließ das dröhnende Geräusch erschallen, neigte den Kopf diesmal jedoch nicht nach vorn, damit der Stein nicht seiner angedachten Position entfloh. Der Stein war flach und etwa so groß, wie Hand einer jungen Frau. Auf seiner Oberfläche fand sich ein eingraviertes Bild, dass die Fischer bei der Arbeit zeigte. Er erinnerte sich, dass er dergleichen schon einmal im Dorf gesehen hatte. Die älteren Kinder fertigten solche Kunstwerke an, wenn das Wetter den Aufenthalt im Haus erforderte. Normalerweise waren sie jedoch bemalt. Dieser Stein jedoch war farblos und verdreckt. Er hatte wohl lange Zeit am Grund des Sees gelegen. Urik nahm das Geschenk an und beschloss, dass der Wassermann und er nun Freunde waren. So verbrachte er den Rest des Tages am See und erzählte seinem neuen Freund allerlei abenteuerliche Geschichten, die sich teils im Dorf zugetragen hatten und die teils seiner Fantasie entsprangen. Der Wassermann schien seinen Erzählungen aufmerksam zu lauschen, wenngleich seine müden Augen dies nicht vermuten ließen. Ruhig trieb er im Wasser und von Zeit zu Zeit zeigte er sein Interesse durch ein Nicken und das altbekannte schauerliche Geräusch. Die Stunden flogen dahin und der am Horizont aufsteigende Sichelmond verkündete das Ende des Tages. Urik erhob sich, nahm das nun getrocknete Schwert an sich und verabschiedete sich von seinem neuen Freund, mit dem Versprechen, am nächsten Tag zurückzukehren. Der Wassermann nickte und verschwand leise in den Tiefen des Sees.

Daheim berichtete Urik sogleich von den Erlebnissen des Tages und was sich am See zugetragen hatte. Doch die Eltern waren von der Arbeit auf den Feldern erschöpft und hatten keinen Sinn für die kindlichen Eskapaden Uriks. Trotzig ging dieser zu Bett. Und auch wenn es ihn wurmte, dass man ihm keine Beachtung schenkte, so freute er sich doch darauf, den Freund schon bald wieder besuchen zu können. So machte er sich am nächsten Tag auch sogleich auf den Weg zum See, als der Rest des Dorfes auf die Felder zog. Ein weiterer aufregender Tag sollte es werden. Und viele weitere sollten folgen. Während die anderen die Ernte einholten, besuchte der Junge seinen Freund am See, erzählte ihm Geschichten und von Zeit zu Zeit entlohnte dieser die Berichte mit einem weiteren kleinen Schatz vom Grund des Sees. Die Eltern nahmen indes kaum Kenntnis von den Dingen, die ihr Sohn am Tage trieb. Sie belächelten seine Berichte vom Wassermann als Ausgeburt seiner kindlichen Fantasie, die durch des alten Thulos Geschichten angeheizt wurde. So verging die Zeit der Ernte und Urik hatte längst vergessen, warum es ihn einst hier hinaus zum See zog. Der Freund schien jedoch von Tag zu Tag lebendiger zu werden. Sein Blick war nicht mehr so müde wie am ersten Tag und auch sein Erscheinen und Verschwinden ward beständig enthusiastischer. Doch die Besuche des Wassermannes fanden wenige Tage bevor die Ernte ganz eingefahren war ein abruptes Ende. Wie jeden Tag zog es den Jungen hinaus zum See, doch wie lange er auch dort wartete, der Freund wollte sich nicht zeigen. Urik war sichtlich enttäuscht und verharrte bis zum

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späten Abend dort draußen, in der Hoffnung, er würde doch noch erscheinen.

Die Erntezeit hatte endlich ihr Ende gefunden und nach altem Brauch sollte Erntedank gefeiert werden. Das Dorf war in heller Aufruhr, denn es galt noch allerlei für das abendliche Fest vorzubereiten. Da Urik auch hier keine Hilfe war, beschloss er ein letztes Mal hinaus zum See zu gehen, um sich von seinem Freund zu verabschieden. Erneut setzte er sich auf den Rand des Stegs und blickte hinaus auf den leeren See. Die Füße wollte er diesmal nicht in das Wasser des Sees gleiten lassen, denn es war bereits recht kühl geworden. Der Freund zeigte sich jedoch wieder nicht. Das Fest sollte erst am Abend beginnen, wenn der Mond am Himmel stand. Bis dahin wollte Urik noch hier ausharren, ganz gleich, ob der Freund sich zeigte oder nicht. Die Stunden vergingen und der Junge träumte auf dem Steg vor sich hin. Als jedoch eine kalte Brise aufkam und ihm das Liegen unangenehm machte, erhob er sich und schaute gen Himmel. Der Tag sollte schon bald sein Ende finden. Nur schwach schimmerte am Horizont noch das letzte Abendrot und der volle Mond hatte sich bereits daran gemacht, die Regentschaft über das Firmament zu übernehmen. Da die Feier bald beginnen würde und der Rückweg im Mondlicht kaum noch zu sehen war, beschloss Urik nun den Rückweg anzutreten. Doch als er gerade im Begriff war, dem See den Rücken zuzuwenden, ertönte ein vertrautes Platschen in den Weiten des Sees. Freudig blickt er zum See, in der Hoffnung den Freund doch noch einmal zu sehen. Doch er konnte ihn im sich ausbreitenden Dunkel nicht erkennen. Emsig suchten seine Augen die funkelnde Oberfläche des Sees ab, bis sie letztlich zwei ungewöhnliche Punkte weit im Inneren des Sees ausmachten die dort silbern zu glühen schienen. Zunächst konnte er nicht erkennen, was er dort sah. Doch es schien, die Punkte näherten sich und nachdem sie einige Meter herangekommen waren, erkannte der Junge, dass es sich um zwei weit aufgerissene Augen handelte, die ihn silbrig glühend fixierten. Das musste der Freund sein, dachte der Junge und winkte der sich nähernden Gestalt. Doch wunderte ihn, wie behände der Freund diesmal seine Bahnen im Wasser schwamm. Doch in einigen Metern Entfernung tauchte das Wesen unvermittelt in die dunklen Fluten des Sees. Nur der Schimmer des Mondlichts im sich kräuselnden Wasser war zu sehen. Urik wurde die Sache indes unheimlich und da er kaum noch den Weg zu sehen vermochte, beschloss er nun doch schnellstens die Heimreise anzutreten. Doch dieser Entschluss kam zu spät. Als er erneut im Begriff war, sich dem Ufer zuzuwenden, ließ ihn ein lautes Platsch, dass seinen Ursprung direkt neben dem Steg hatte, vor Schreck zusammenfahren. Es war der Freund, der mit ungewohnter Kraft aus den Fluten empor brach und den Jungen nun mit seinen unheimlich leuchtenden Augen anstarrte. Urik wollte gerade das Wort erheben, als er spürte, wie sich etwas langes und glitschiges um seine Beine wickelte und ihn taumeln ließ. Unfähig die Beine zu bewegen, stürzte der Junge nun erst mit einem lauten Knall auf den Steg. Doch was immer ihn gepackt hatte, zerrte an ihm, so dass er, nicht fähig im Dunkel einen Balken des Stegs zu greifen, krachend in die Fluten stürzte.

Im Dorf waren die Vorbereitungen indessen beendet und die Dörfler machten sich daran, das Erntedankfest zu begehen und so nahmen alle an dem reich gedeckten Tisch Platz. Allein zwei Eltern waren krank vor Sorge und ein leerer Stuhl zwischen ihnen sollte von diesem Abend an verwaist bleiben.