Des Nachts

 



Die Schwärze nur den Blick noch trübt
zu nächtlich später Stunde.
Die Nachtsicht ist das Aug' geübt,
schenkt zuverlässig Kunde.


Wenn Licht nicht mehr den Sinn verwirrt
in mich blick ich sodann.
Bedenke wie so oft geirrt,
wenn strebte Glückes Wesen an.


Das Denken findet seine Ruh'
durch Morpheus süßen Schlummer.
Doch ohne Geist regiert im Nu
die Seel' der garstig Kummer.


Zunächst holt mich ein Feuer ein,
verbrennt das Fleisch mir schmerzlich
mit grausam sanfter Höllenpein,
liebkosend, tröstend, herzlich.


Dem Phönix gleich steig ich hinauf
in kribbelnd lieblich Sphären.
Ein Flügel bricht, ich schlage auf,
will mich dem Schmerz verwehren.


Erwachend durch das eig'ne Schrei'n.
Das Licht des Tages blendet.
Mich hüllt des Geistes Rüstung ein,
des Herzens Spiel beendet.