Weg

 


Finst'rer Nebel, stickig, beißend,
Fackel kaum den Weg mir weisend,
stolpernd über Stock und Stein.
Mir scheint, dies soll das Schicksal sein.


Dunkle Nacht, kein Stern mehr funkelt,
fern dem Blick da wird gemunkelt
von garstig boshaft Nachtgetier
im freudenleeren Herzrevier.


Geist ist Fackel, Denken Licht,
den Weg mir weisen kann es nicht.
In einem endlos Meer aus Schwärze
verschwindet noch die hellste Kerze.


Ich stolp're hin und stolp're her,
der Beine Schmerz spür' ich kaum mehr.
Mich treibt des Lebens Eile voran.
So renn' ich nur und halt' nie an.


Als einst ich ohne Fackel ging,
da schätzte deren Licht gering,
da traf mich mancher kalte Biss,
der Stück um Stück den Leib zerriss.


Noch immer bluten alte Wunden
und sollen wohl nie mehr gesunden
und locken finst're Räuber her.
Entrinnen kann ich kaum noch mehr...


Ach wollt' ein helles Lichtlein gerne,
die Fackel ist von Nutzen kaum...
Doch eines Nachts in weiter Ferne,
ein gülden Licht erhellt den Raum...


Ich eile schnell es anzusehen,
ein Gott erhörte wohl mein Flehen.
Muss es im Klingenwald erreichen,
dem Licht muss selbst der Nebel weichen.


Eine zartes Wesen schickt das Licht,
den Weg ihm weisen, kann es nicht.
Das Augenlicht geraubt ihm mit Gewalt,
blutig zerschunden die schöne Gestalt.


So schreitet's langsam, Schritt um Schritt,
von Klingen zerschnitten bei jedem Tritt.
Es treibt des Lebens Pein nur voran,
es schreitet mit Tränen und hält nicht an.


Als einst es noch in Zweisamkeit ging,
geführt von jenen, die es schätzten gering,
da ward's geführt in den Klingenwald,
allein gelassen nach roher Gewalt...


Noch immer bluten alte Wunden
und können letztlich nur gesunden,
wenn den Leib trifft keine Klinge mehr,
und sanfter Schutz ruht um es her.


Ängstlich, zitternd, erhebend die Hand
die seine umschließend als wärmendes Band.
Das Wesen noch scheu, es traut mir wohl kaum.
Doch führ' ich es schützend durch stachligen Raum.


So erhellt das Wesen mir den Weg,
von Leiden flankiert ein sicherer Steg
über den ich es führe behände,
auch wenn ich daran einst wohl verende.